Hauskauf damals und heute
Vom Gehalt zur Immobilie: Wie haben sich Mediangehalt, Abgaben, Kaufkraft, Bauzinsen und Immobilienpreise in Deutschland seit 1982 entwickelt — und wie viel Wohneigentum kann sich das mittlere Einkommen heute leisten? Alle Werte aus amtlichen Quellen (Bundesagentur für Arbeit, BMF, Destatis, Eurostat, Deutsche Bundesbank), Modellannahmen jeweils unter dem Chart. Vor 2000/2003 beruhen einzelne Reihen auf verketteten Vorgängerstatistiken (gestrichelt bzw. in den Quellenangaben ausgewiesen); Werte bis 1990 beziehen sich auf das frühere Bundesgebiet.
Entwicklung des Mediangehalts in Deutschland seit 1982
Median der monatlichen Bruttoarbeitsentgelte von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten der Kerngruppe in Deutschland, Stichtag jeweils 31.12., in Euro.
Datenquelle:Statistik der Bundesagentur für Arbeit— Analyse zur Entgeltstatistik 2024. Wegen einer Umstellung im Erhebungsverfahren der Beschäftigungsstatistik (Revision 2014) sind die Werte vor und nach 2011 nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Wert 2025 nach BA-Presseinfo Nr. 27 vom 20.07.2026 (https://www.arbeitsagentur.de/presse/2026-27-entgelte-der-vollzeitbeschaeftigten-sind-im-jahr-2025-deutlich-gestiegen). Werte 1982–1999 (estimated: true) sind eine verkettete Näherung: Es wird die Entwicklung des Durchschnittsentgelts der gesetzlichen Rentenversicherung (Anlage 1 SGB VI, bis 1990 früheres Bundesgebiet) auf den BA-Medianwert des Jahres 2000 rückgerechnet — median(t) = median(2000) × DRV(t)/DRV(2000). Die BA-Entgeltstatistik selbst beginnt erst 2000; ein echter Median liegt für frühere Jahre nicht vor.
Abgabenlast nach Gehaltsspanne seit 1982
Modellrechnung: durchschnittliche Abgabensätze (Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag, Arbeitnehmeranteil Sozialversicherung) auf das Jahresbruttogehalt nach dem jeweils zum 31.12. geltenden Recht. Gehaltsspannen werden auf die Spannenmitte gerechnet, nominal konstant über alle Jahre; das Mediangehalt folgt der BA-Statistik (Median-Bruttomonatsentgelt × 12).
Modellrechnung: Steuerklasse I, ledig, kinderlos, gesetzlich versichert (West), keine Kirchensteuer; Werbungskosten- und Sonderausgaben-Pauschbetrag sowie Vorsorgepauschale des jeweiligen Jahres; durchschnittlicher KV-Beitragssatz inkl. Sonder-/Zusatzbeitrag, PV inkl. Kinderlosenzuschlag; Beiträge bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze (RV/ALV West). Jahre 1982-1999: Tarife und Beträge in DM nach damaligem Recht (u. a. Arbeitnehmer-/Weihnachtsfreibetrag bis 1989, Vorsorgepauschale nach § 10c a.F. mit Epochen-Höchstbeträgen, Soli 3,75 % 1991/92 bzw. 7,5 % 1995-1997); das zugrunde liegende Mediangehalt ist vor 2000 eine verkettete Näherung über das DRV-Durchschnittsentgelt (siehe median-entgelt.json). Familienmodell: bis 1995 Kindergeld und Kinderfreibetrag nebeneinander (beides berücksichtigt), ab 1996 Kindergeld (Günstigerprüfung entfällt beim Modelleinkommen).
Datengrundlagen: BMF: Tarifhistorie Einkommensteuer (§ 32a EStG), buzer.de: § 32a EStG, Fassungen 2022–2024, IAQ / sozialpolitik-aktuell.de: SV-Beitragssätze 1995–2026, lohn-info.de: Beitragsbemessungsgrenzen, BMG-Daten: durchschnittlicher allgemeiner GKV-Beitragssatz 1970 ff. (für 1982-1999), Portal Sozialpolitik: Chronik Arbeitslosenversicherung (Beitragssätze 1982-1999), Wissenschaftliche Dienste des Bundestags / econstor: Arbeitnehmer-, Weihnachts- und Werbungskosten-Pauschbeträge bis 1989, Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Medianentgelte
Brutto, Netto und Verbraucherpreise im Vergleich (1982 = 100)
Indexvergleich: Brutto-Mediangehalt, Netto-Mediangehalt (Modellrechnung) und Verbraucherpreisindex, jeweils auf das Jahr 1982 normiert. Liegt die Netto-Linie über der Preislinie, ist real mehr „freies Geld" übrig als 1982. Das Mediangehalt ist vor 2000 eine verkettete Näherung über das DRV-Durchschnittsentgelt; Werte vor 1991 beziehen sich auf das frühere Bundesgebiet.
Datengrundlagen: Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Medianentgelte, Destatis: Verbraucherpreisindex, Lange Reihen (2020=100), Eurostat: HVPI Deutschland nach Kategorien (prc_hicp_aind)
Reales Netto-Mediangehalt (in Preisen von 2025)
Was wäre das Netto-Mediangehalt der jeweiligen Jahre wert, wenn schon die Preise von 2025 gegolten hätten? Die reale Linie rechnet das nominale Netto mit dem gewählten Preisindex auf 2025er-Kaufkraft um — wählbar auch für einzelne Ausgabenkategorien wie Miete oder Energie.
Hinweis: Für Kaufkraftberechnungen werden nur Indexverhältnisse verwendet; die unterschiedlichen Basisjahre (VPI 2020=100, HVPI 2015=100) sind dafür unerheblich. VPI 1982–1990: Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte im früheren Bundesgebiet (1995=100), über das Jahr 1991 auf die Basis 2020=100 verkettet (Statistischer Bericht 'Lange Reihen ab 1948', Juni 2025). HVPI-Unterreihen (Nahrungsmittel, Miete, Energie) beginnen 1996 (Start des deutschen HVPI); frühere Jahre: null. Kategorien-Indizes nach HVPI (Eurostat/Destatis).
Datengrundlagen: Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Medianentgelte, Destatis: Verbraucherpreisindex, Lange Reihen (2020=100), Eurostat: HVPI Deutschland nach Kategorien (prc_hicp_aind)
Bauzinsen: Effektivzinssätze für Wohnungsbaukredite seit 1982
Effektivzinssätze der deutschen Banken (MFIs) für Wohnungsbaukredite an private Haushalte, Neugeschäft, nach anfänglicher Zinsbindungsfrist; Jahresdurchschnitte aus Monatswerten, in % p.a.
Ab 2003: harmonisierte MFI-Zinsstatistik. 1982–2002: Bundesbank-Zinsstatistik für erststellige Hypothekarkredite auf Wohngrundstücke (Effektivzins, Durchschnittssatz; Erhebung Juni 1982 bis Juni 2003) — Gleitzinsen in der Reihe 'variabel', Festzins 5 Jahre in 'bis5', Festzins 10 Jahre in 'über 10 Jahre' (entspricht der marktüblichen 10-Jahres-Zinsbindung; am Übergang 2003 liegen beide Statistiken nahezu gleichauf: 5,13 % vs. 5,08 %). Methodischer Bruch 2003 (breakYear); 'insgesamt' und 'über 5 bis 10 Jahre' werden vor 2003 nicht ausgewiesen. Jahreswerte 1982 (ab Juni) und 2003 (bis Juni der Vorgängerstatistik) sind Teiljahresdurchschnitte.Datenquelle:Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik (harmonisiertes Neugeschäft)
Immobilienpreise: Häuser und Eigentumswohnungen seit 1982
Preisentwicklung für Wohnimmobilien in deutschen Städten, dargestellt als Index (1982 = 100). Getrennt nach Häusern (Ein-/Zweifamilien- und Reihenhäuser) und Eigentumswohnungen — den für Familien relevanten Objekttypen. Ab 2004 nach der Bundesbank-Jahresreihe für 127 Städte; frühere Jahre nach verketteten Vorgängerreihen (bis 1990 nur Westdeutschland).
Ab 2004: Bundesbank-Jahresreihe, 127 Städte. 1982–2003 (breakYear 2004, verkettete Näherung): 'gesamt' nach der offiziellen langen Zeitreihe der Bundesbank (Kaufpreise für Wohnimmobilien ab 1975, wechselnde Datenanbieter, am Übergang 2004 auf Basis 2022=100 verkettet); 'haeuser'/'wohnungen' nach den eingefrorenen bulwiengesa-Preisindizes für Reihenhäuser neu bzw. Eigentumswohnungen neu (1995–2003: 125 Städte, 1982–1994: früheres Bundesgebiet, gebrochene Reihe 50/100 Städte; verkettet an den Übergängen 1995 und 2004). Vor 1991 nur Westdeutschland.Datenquelle:Deutsche Bundesbank, Wohnimmobilienpreisindex (Datenbasis: bulwiengesa AG)
Miete: Nettokaltmiete einer Familienwohnung seit 1982
Wo wohnt die Familie, bevor sie kauft? Durchschnittliche Nettokaltmiete einer90-m²-Mietwohnung in Deutschland — nominal und kaufkraftbereinigt in Preisen von 2025. Verankert am Zensus 2022 (7,28 €/m² über alle Bestandsmietverhältnisse; Neuvertragsmieten liegen darüber), zeitliche Entwicklung nach amtlichen Mietenindizes. Werte vor 1996 sind eine verkettete Näherung (gestrichelt), vor 1991 frühere Bundesrepublik.
Modellwohnung 90 m², Bestandsmieten-Durchschnitt über alle Mietverhältnisse (Neuvertragsmieten liegen darüber); Werte vor 1996 verkettete Näherung (estimated), vor 1991 nur frühere Bundesrepublik.
Datengrundlagen: Destatis: Zensus 2022, durchschnittliche Nettokaltmiete 7,28 €/m² (Anker), Eurostat: HVPI Deutschland, Tatsächliche Wohnungsmieten CP041 (ab 1996), Wohngeld- und Mietenbericht 2000 (BT-Drs. 14/3070), Tabelle 2: Mietenindex alte Bundesländer 1989-1998, Wohngeld- und Mietenbericht 1994 (BT-Drs. 12/7153), Tabelle 2: Mietenindex alte Bundesländer 1980-1993
Leistbarkeit: Wie viel Kredit trägt das Mediangehalt?
Modellrechnung: tragbare Kreditsumme, wenn ein wählbarer Anteil des Netto-Mediangehalts als Monatsrate in einen Volltilger-Kredit mit wählbarer Laufzeit fließt (Effektivzins: Zinsbindung über 10 Jahre, Jahresdurchschnitt) — nominal und umgerechnet in Immobilienpreise von 2025 (Bundesbank-Wohnimmobilienpreisindex, Häuser und Eigentumswohnungen, 127 Städte).
Modellrechnung: Netto-Mediangehalt laut Modellrechnung (Steuerklasse I, ledig, kinderlos); Volltilgung über die gewählte Laufzeit; kein Eigenkapital, keine Kaufnebenkosten; Effektivzins als Nominalzins angesetzt; Zinssatz konstant über die Laufzeit. Vor 2000 beruht das Mediangehalt auf einer verketteten Näherung (DRV-Durchschnittsentgelt), vor 2003/2004 Zins- und Preisreihen auf verketteten Vorgängerstatistiken; Werte vor 1991 beziehen sich auf das frühere Bundesgebiet.
Datengrundlagen: Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik (Wohnungsbaukredite), Deutsche Bundesbank: Wohnimmobilienpreisindex (bulwiengesa), Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Medianentgelte
War der Immobilienkauf früher einfacher?
Verdikt-Modellrechnung für eine Familie mit 1,5 Mediangehältern und zwei Kindern: anfängliche Kreditrate in Prozent des Familiennettos sowie Kaufpreis inklusive Nebenkosten und Eigenkapitalbedarf als reale Euro-Beträge (kaufkraftbereinigt, in Preisen von 2025) — je Jahr nach damaligen Preisen, Zinsen, Steuern und Abgaben.
Zur Einordnung: Über die gesamten 1980er und 1990er lag die anfängliche Rate für ein neues Stadthaus bei Zinssätzen von 7–10 % deutlich über dem, was eine Familie mit 1,5 Mediangehältern tragen konnte — der Neubaukauf in der Stadt war für das mittlere Einkommen damals weitgehend außer Reichweite (und die Wohneigentumsquote entsprechend niedrig). Auch die frühen 2000er waren an der Rate gemessen kein leichtes Kauffenster (Effektivzins 2004: 4,96 %). Das eigentliche Anomalie-Fenster war die Niedrigzinsphase 2012–2021; gegen sie fällt der Anstieg seit der Zinswende drastisch aus. Was der Familie nach der Rate real zum Leben bleibt, zeigt der folgende Chart. Die grauen Bänder markieren Phasen substanzieller staatlicher Kaufförderung, die in dieser Rechnung nicht enthalten ist: die steuerliche Eigenheimförderung nach § 7b bzw. § 10e EStG samt Baukindergeld § 34f und befristeten Schuldzinsenabzügen (1982–86 und 1991–94), die Eigenheimzulage (1996 bis Ende 2005, für zwei Kinder zuletzt rund 22.800 € über acht Jahre) sowie Baukindergeld und KfW-Zuschüsse (2018 bis Anfang 2022, rund 24.000 € plus Effizienzhaus-Zuschüsse) — in diesen Fenstern war der Kauf real leichter als dargestellt. Alle Instrumente im Detail zeigt die Förderhistorie unter diesem Chart. Vor 2000 beruht das Mediangehalt auf einer verketteten Näherung, vor 2003/2004 Zins- und Preisreihen auf Vorgängerstatistiken; bis 1990 nur Westdeutschland.
Modellrechnung: Modellobjekte: neu gebautes Ein-/Zweifamilienhaus 125 m² bzw. Eigentumswohnung 80 m² (gute Ausstattung); Preisniveau 2025 nach empirica (inserierte hedonische Preise), zeitliche Entwicklung nach Bundesbank-Wohnimmobilienpreisindex (127 Städte). Finanzierung: 10 % Eigenkapital, 90 % Kredit zum Effektivzins des Jahres (Zinsbindung über 10 Jahre, konstant angesetzt); Monatsrate wahlweise marktüblich (Zins + 2 % Anfangstilgung) oder als Volltilger-Annuität über 30 Jahre. Nebenkosten: durchschnittliche Grunderwerbsteuer aller Länder (31.12.) + 2,0 % Notar/Grundbuch + 3,57 % Makler. Familiennetto: Splittingtarif, 1,0 + 0,5 Mediangehalt, zwei Kinder, inkl. Kindergeld. Reale Euro-Beträge: mit dem Verbraucherpreisindex auf Preise von 2025 umgerechnet. Kaufförderung (nur im Monatsbudget-Chart, jeweils anfängliche Jahresförderung des Kaufjahres): § 7b-AfA (bis 1986) bzw. § 10e EStG (1987–1995) inkl. Baukindergeld § 34f sowie die befristeten Schuldzinsenabzüge (1982–1986: 10.000 DM/Jahr, 1991–1994: 12.000 DM/Jahr, je 3 Jahre) als pauschalierte Steuerwert-Schätzung (~30 % Grenzsteuersatz, geschaetzt-Flag bis 1998), Eigenheimzulage bei Kauf 1996–2005 (1996–2001: 8.000 DM/Jahr plus Vorkostenabzug § 10i 1996–1998, danach 2.850 €/Jahr, über acht Jahre), Baukindergeld bei Kauf 2018–2020 (2.400 €/Jahr über zehn Jahre); Grundsteuervergünstigung, Familienzusatzdarlehen, KfW-Zuschüsse und Zinsverbilligungen nicht enthalten (siehe Förderhistorie). Vor 2003/2004 beruhen Zins- und Preisreihen auf verketteten Vorgängerstatistiken (siehe bauzinsen.json/immobilienpreise.json); Werte vor 1991 beziehen sich auf das frühere Bundesgebiet. Grunderwerbsteuer: bis 1982 Befreiung eigengenutzten Wohneigentums (GrEStEigWoG, Ansatz 0 %), 1983–1996 bundesweit 2 %, ab 1997 3,5 % bzw. Ländersätze.
Datengrundlagen: empirica regio: Immobilienpreisindex Q3/2025 (Preisanker), Deutsche Bundesbank: Wohnimmobilienpreisindex (bulwiengesa), Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik (Wohnungsbaukredite), Wikipedia: Grunderwerbsteuer (Deutschland), Ländersätze, BMF/sozialpolitik-aktuell.de: Kindergeld 1998–2025, ehvd: Geschichte der Wohneigentumsförderung (§ 7b, Schuldzinsenabzug 1982–86, § 10e, Eigenheimzulage), NWB: erweiterter Schuldzinsenabzug § 10e Abs. 6a EStG (1991–1994), NWB: Vorkostenabzug § 10i EStG (1996–1998), Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Medianentgelte, Destatis: Verbraucherpreisindex (Deflator für reale Beträge)
Förderhistorie: Wie der Staat den Kauf bezuschusst hat
Zeitleiste der wichtigsten bundesweiten Förderinstrumente für selbstgenutztes Wohneigentum: steuerliche Abzüge, direkte Zulagen, zinsverbilligte Darlehen und die Förderung der Sparphase (Bausparen). Dargestellt ist der Geltungszeitraum je Instrument (auf 1982–2025 zugeschnitten).
Neben den bekannten Zulagen gab es zweimal einen echten Schuldzinsenabzug („Zinsen von der Steuer absetzen": 1982–1986 und 1991–1994), zehn Jahre Grundsteuernachlass für Neubauten der 1980er und im geförderten Wohnungsbau zinslose Familienzusatzdarlehen je Kind — das historische Gegenstück zur Idee „Kinder ersetzen Eigenkapital". Instrumente mit dem Vermerk „in der Modellrechnung" fließen in die Förderlinie des Monatsbudget-Charts ein; Darlehensprogramme und die Sparphasen-Förderung (Bausparen, Wohn-Riester) sind dort nicht enthalten.
Beträge sind Kurzangaben für den Regelfall der Modellfamilie (Neubau, zwei Kinder); Einkommensgrenzen und Sonderregeln je Instrument sind in den Quellen dokumentiert. 'In der Modellrechnung enthalten' bezieht sich auf die Förderlinie im Monatsbudget-Chart (foerderungMonthly in kaufmodell.json); Darlehensprogramme und Sparphasen-Förderung sind dort nicht enthalten, weil sie objekt- bzw. ansparabhängig sind.
Datengrundlagen: ehvd: Geschichte der Wohneigentumsförderung (§ 7b, Schuldzinsenabzug, § 10e, Eigenheimzulage, Wohn-Riester), NWB: erweiterter Schuldzinsenabzug nach § 10e Abs. 6a EStG, NWB: § 10i EStG Vorkostenabzug (1996–1998), Haufe: Nutzungswertbesteuerung (§ 21a EStG a.F.) und Übergang zur Konsumgutlösung 1987, § 92a II. WoBauG: Grundsteuervergünstigung für Neubauten (bezugsfertig vor 1990), II. WoBauG (§ 45): Familienzusatzdarlehen im geförderten Wohnungsbau, Wikipedia: Wohnungsbauprämie (Prämiensätze und Höchstbeträge), BMF via sozialpolitik-aktuell.de: Kindergeld und Kinderfreibeträge (tabVII14)
Reales Monatsbudget: Familiennetto, Kreditrate und Rest
Dieselbe Modellrechnung wie im Verdikt-Chart, aus Sicht der Haushaltskasse: das reale Familiennetto (kaufkraftbereinigt, in Preisen von 2025), die reale Monatsrate der Finanzierung — und was danach zum Leben bleibt. Die Netto-Linie ist stets die Summe aus Rate und Rest. In den Förderfenstern zeigt die gestrichelte Petrol-Linie zusätzlich den Rest inklusive laufender Kaufförderung im Kaufjahr: steuerliche Eigenheimförderung § 7b bzw. § 10e EStG samt Baukindergeld § 34f und den befristeten Schuldzinsenabzügen (1982–86 und 1991–94) bei Kauf bis 1995 (pauschalierte Schätzung, ca. 240–490 €/Monat), Eigenheimzulage inkl. Vorkostenabzug bei Kauf 1996–2005 (386 bzw. 341, ab 2002 238 €/Monat über acht Jahre), Baukindergeld bei Kauf 2018–2020 (200 €/Monat über zehn Jahre). Details und Quellen: Chart „Förderhistorie" oben. Als Maßstab dient die Ocker-Linie: die laufenden Konsumausgaben von Paaren mit Kind(ern) ohne Wohnkosten (Lebenshaltung inkl. Energie, ohne Miete) — erst was über ihr liegt, ist wirklich frei verfügbar. Sie bildet den Durchschnitt realer Familienhaushalte ab, deren Einkommen über dem Median-Modell liegt, und ist daher eher eine Obergrenze.
Modellrechnung: Modellobjekte: neu gebautes Ein-/Zweifamilienhaus 125 m² bzw. Eigentumswohnung 80 m² (gute Ausstattung); Preisniveau 2025 nach empirica (inserierte hedonische Preise), zeitliche Entwicklung nach Bundesbank-Wohnimmobilienpreisindex (127 Städte). Finanzierung: 10 % Eigenkapital, 90 % Kredit zum Effektivzins des Jahres (Zinsbindung über 10 Jahre, konstant angesetzt); Monatsrate wahlweise marktüblich (Zins + 2 % Anfangstilgung) oder als Volltilger-Annuität über 30 Jahre. Nebenkosten: durchschnittliche Grunderwerbsteuer aller Länder (31.12.) + 2,0 % Notar/Grundbuch + 3,57 % Makler. Familiennetto: Splittingtarif, 1,0 + 0,5 Mediangehalt, zwei Kinder, inkl. Kindergeld. Reale Euro-Beträge: mit dem Verbraucherpreisindex auf Preise von 2025 umgerechnet. Kaufförderung (nur im Monatsbudget-Chart, jeweils anfängliche Jahresförderung des Kaufjahres): § 7b-AfA (bis 1986) bzw. § 10e EStG (1987–1995) inkl. Baukindergeld § 34f sowie die befristeten Schuldzinsenabzüge (1982–1986: 10.000 DM/Jahr, 1991–1994: 12.000 DM/Jahr, je 3 Jahre) als pauschalierte Steuerwert-Schätzung (~30 % Grenzsteuersatz, geschaetzt-Flag bis 1998), Eigenheimzulage bei Kauf 1996–2005 (1996–2001: 8.000 DM/Jahr plus Vorkostenabzug § 10i 1996–1998, danach 2.850 €/Jahr, über acht Jahre), Baukindergeld bei Kauf 2018–2020 (2.400 €/Jahr über zehn Jahre); Grundsteuervergünstigung, Familienzusatzdarlehen, KfW-Zuschüsse und Zinsverbilligungen nicht enthalten (siehe Förderhistorie). Vor 2003/2004 beruhen Zins- und Preisreihen auf verketteten Vorgängerstatistiken (siehe bauzinsen.json/immobilienpreise.json); Werte vor 1991 beziehen sich auf das frühere Bundesgebiet. Grunderwerbsteuer: bis 1982 Befreiung eigengenutzten Wohneigentums (GrEStEigWoG, Ansatz 0 %), 1983–1996 bundesweit 2 %, ab 1997 3,5 % bzw. Ländersätze.
Datengrundlagen: empirica regio: Immobilienpreisindex Q3/2025 (Preisanker), Deutsche Bundesbank: Wohnimmobilienpreisindex (bulwiengesa), Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik (Wohnungsbaukredite), Wikipedia: Grunderwerbsteuer (Deutschland), Ländersätze, BMF/sozialpolitik-aktuell.de: Kindergeld 1998–2025, ehvd: Geschichte der Wohneigentumsförderung (§ 7b, Schuldzinsenabzug 1982–86, § 10e, Eigenheimzulage), NWB: erweiterter Schuldzinsenabzug § 10e Abs. 6a EStG (1991–1994), NWB: Vorkostenabzug § 10i EStG (1996–1998), Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Medianentgelte, Destatis: Verbraucherpreisindex (Deflator für reale Beträge)
Konsumausgaben einer Familie im Zeitverlauf
Private Konsumausgaben des Haushaltstyps Paare mit Kind(ern) in Deutschland, Euro je Haushalt und Monat, nach Ausgabekategorien. Durchgehende Reihe: Laufende Wirtschaftsrechnungen (LWR, jährlich); Ankerpunkte: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS, alle fünf Jahre, erfasst systematisch rund 8–9 % mehr Konsum). Alle Werte kaufkraftbereinigt in Preisen von 2025 — sichtbar wird also, wie sich der reale Lebenshaltungs-Warenkorb einer Familie verschoben hat, nicht bloß die Inflation.
Die Werte sind Durchschnitte realer Paare-mit-Kind(ern)-Haushalte, deren Einkommen im Mittel über dem Median-Familienmodell dieser Seite liegt — als Vergleichsmaßstab daher eher eine Obergrenze der Lebenshaltung. Abteilung 04 (Wohnen, Energie, Instandhaltung) enthält bei Eigentümerhaushalten unterstellte Mieten. 'ohneWohnen' = Konsum − Abt. 04 + Haushaltsenergie (Energie zwischen den EVS-Ankern interpoliert, nach 2018 mit dem HVPI-Energieindex fortgeschrieben). Kita-/Betreuungsgebühren stecken in 'Bildungswesen'. Versicherungsbeiträge zählen nicht zum privaten Konsum (EVS 2018, Paare mit 2 Kindern: 722 Euro/Monat 'Übrige Ausgaben'). LWR 2005–2007 methodisch eingeschränkt vergleichbar; LWR ab 2020 umgestellt und pandemiegeprägt. Datenstand August 2026: In EVS-Jahren (zuletzt 2023) entfällt die LWR; die ab 2024 neu konzipierte LWR ist noch nicht veröffentlicht — die Reihe endet daher 2022/2023 und wird nicht künstlich fortgeschrieben. Anders als die übrigen Reihen dieser Seite beginnt die Konsumreihe erst 2003, da für frühere EVS-Erhebungen keine digital auswertbaren Ergebnisse dieses Haushaltstyps veröffentlicht sind.
Datengrundlagen: Destatis: EVS, Fachserie 15 Heft 5 (2003, 2008, 2013, 2018), Destatis: LWR, Fachserie 15 Reihe 1 (2005–2021), Destatis: Konsumausgaben nach Haushaltstyp, LWR 2022, Destatis: Konsumausgaben nach Haushaltstyp, EVS 2023
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